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ISSF-Weltmeisterschaften in Changwon – die Ergebnisse unserer WM-Schützen

bssb Ergebnisse Changwon

Vom 31. August bis 15. September finden die ISSF-Weltmeisterschaften im koreanischen Changwon statt, bei denen 18 Athleten des Bayerischen Sportschützenbundes am Start sind. In den Pistolendisziplinen sind Monika Karsch, Sandra Reitz, Michael Heise, Miriam Piechaczek (Juniorin), Andrea Heckner (Juniorin), Lisa Schnaidt (Juniorin), Theresa Oblinger (Juniorin) und der Wahlregensburger Christian Reitz am Start. Mit dem Gewehr gehen Isabella Straub, Selina Gschwandtner, Maximilian Dallinger, Daniel Brodmeier, Maximilian Wolf, Christoph Kaulich, Maximilian Ulbrich (Junior) und Lisa-Marie Haunerdinger (Juniorin) auf Medaillenjagd. In den Flintendisziplinen versuchen Stefan Veit (Trap) und Eva-Tamara Reichert (Skeet-Juniorin) ihr Glück. Wir wünschen allen Athleten gut Schuss und viel Erfolg!


Die Wettkampfreihe eröffneten am ersten Tag die Mixed-Teams mit dem Luftgewehr – mit dabei waren Isabella Straub und Maximilian Dallinger als Team "Germany II". Und die beiden legten gleich einen fantastischen Start hin. Mit 836,3 Ringen (Isabella 419,1, Maximilian 417,2) erreichten sie auf Vorkampfplatz 4 das Weltmeisterschaftsfinale. Hier kamen die beiden nach ihren jeweiligen ersten fünf Schüssen mit insgesamt 99,3 Ringen bereits leicht ins Hintreffen und konnten den Rückstand auch mit den folgenden guten 102,2- bzw. 103,4-Ringe-Serien nicht mehr aufholen. Sie beendeten den Wettkampf als fünftbestes Paar. Team Germany I (Julian Justus und Julia Simon) kamen auf den zehnten Rang. Weltmeister wurde das Team aus China.

Im zweiten Wettbewerb des ersten Wettkampftags schlitterte das Team Reitz (Germany II) im Mixed-Team mit der Luftpistole hauchdünn am Finaleinzug vorbei. Sie hatten mit 771 Ringen (Sandra 378, Christian 398) ebensoviele Ringe wie das fünftplatzierte Paar aus Spanien auf dem letzten Finalplatz erzielt, doch mit 29 : 22 Innernzehnern mussten die Regensburger den Spaniern den Vortritt lassen. Rang 6 war die Ausbeute für Sandra und Christian Reitz. Das zweite deutsche Team (Monika Karsch und Michael Schwald) wurde mit insgesamt 762 Ringen auf Rang 21 notiert. Gold gewann das Team aus Russland.

Der zweite Wettkampftag begann mit dem Wettbewerb der Luftgewehr-Herren – mit dabei: Maximilian Dallinger. Für ihn war in diesem hochklassigen, leistungsstarken Starterfeld an diesem Tag nichts zu holen. In den sechs Zehnerserien traf Maximilian 621,8 Ringe, welche Rang 56 bedeuteten. Für den Finaleinzug wären mindestens 628,0 Ringe erforderlich gewesen. Bester Deutscher war Julian Justus auf Rang 22 (625,7 Ringe), Andre Link kam mit 625,1 Ringen auf Platz 30. Gold sicherte sich der Russe Sergey Kamenskiy.

Dafür startete im zweiten Wettbewerb des Tages, Luftgewehr Damen, eine bayerische Schützin durch. Isabella Straub sammelte im Vorkampf starke 627,1 Ringe und schnappte sich damit den siebten Finalplatz. Unser zweites heißes Eisen im Feuer, Selina Gschwandtner, schrammte mit 626,4 Ringen auf Platz 12 knapp an den Finalrängen vorbei – dennoch eine gute Leistung. Die im Oberpfälzer Schützenbund beheimatete Julia Simon komplettierte mit 624,9 Ringen und Rang 26 das gute deutsch-bayerische Abschneiden, und so wurden die drei Bayerinnen mit der Bronzemedaille in der Teamwertung belohnt. Klasse! Im Finale erwischte dann Isabella Straub gleich einen guten Einstand mit 10,2 und 10,7 Ringen in der ersten Fünferserie, bevor ihr mit zweimal 9,4 schon ein beträchtliches Malheur passierte. Sie konnte dann zwar mit dreimal 10,5 und einmal 10,7 in der zweiten Serie noch etwas aufholen, doch eine abschließende 9,8 beim zweiten K.-o.-Schuss bedeuteten das Aus auf Rang 8. Dennoch eine Klasseleistung! Weltmeisterin wurde die Koreanerin Hana Im.

Im Trap-Wettbewerb der Männer gab es für Stefan Veit an den beiden Wettkampftagen nichts zu holen. Mit 111 Treffern ließ er die eine oder andere Wurfscheibe zu viel fliegen und kam im Endranking auf Rang 96. Auch der in Unterfranken beheimatete Andreas Löw erwischte nicht seinen besten Tag, traf 116 Mal und wurde 56. Bester Deutscher war Paul Pigorsch mit 121 Treffern auf Rang 10. Weltmeister wurde der Spanier Alberto Fernandez.

Am dritten Wettkampftag lagen Licht und Schatten eng beieinander. Im Luftpistolenwettbewerb der Damen hatten die beiden bayerischen Schützinnen mit dem Ausgang des Wettbewerbs nichts zu tun. Das beste Resultat erzielt Sandra Reitz mit 570 Ringen, die aber nur für Platz 36 reichten. Für den Finaleinzug wären ganze zehn Ringe mehr erforderlich gewesen. Auf Rang 44 der Ergebnisliste war die krankheitsgeschwächte Monika Karsch zu finden, die 568 Ringe abgeliefert hatte. Die erst 23-jährige Doreen Vennekamp komplettierte das deutsche Starterfeld mit 563 Ringen auf Rang 62. Weltmeisterin wurde die Olympiasiegerin Anna Korakaki aus Griechenland.

Eine geschlossene Mannschaftsleistung im Mittelfeld des End-Rankings zeigten unsere Mixed-Team-Junioren mit der Luftpistole. Das Team "Germany I" mit der BSSB-Schützin Miriam Piechaczek und Robin Walter sammelte 749 Ringe und wurde mit Rang 19 belohnt. Das zweite deutsche Team (Vanessa Seeger, Jan Luca Karstedt) kam mit ebenfalls 749 Ringen auf Rang 20. Gold sicherte sich das Team aus Korea.

"Das Licht" brachten die Liegendkampf-Schützen und -Schützinnen in diesen dritten Wettkampftag. Sowohl die Männer als auch die Frauen, bestritten ihre Eliminationswettkämpfe, aus deren Resultaten das Team-Ranking errechnet wird. Die Männer machten den Anfang – und wie gigantisch! Daniel Brodmeier wurde mit 625,8 Ringen Dritter der Elimination, Christoph Kaulich (der Juniorenweltmeister der letzten Weltmeisterschaften im Liegendkampf-Einzelwettbewerb) steuerte 621,9 Ringe bei, und mit Maximilian Dallingers 621,8 Ringen summierte sich die Ausbeute der drei BSSB-Schützen aus der Trainingsgruppe "Burning Eyes" auf 1869,5 Ringe. Das waren 1,5 Ringe mehr, als das chinesische Team gesammelt hatte – unser bayerisches Dream-Team gewann den Team-Weltmeistertitel. Wow!

Ein paar Stunden später waren die Liegendkampf-Damen mit ihrer Elimination fertig – mit dabei Isabella Straub. Ganz oben auf der Ergebnisliste auf den Rängen 1 und 2 der Elimination hatten sich Jaqueline Orth (628,4 Ringe) und Isabella Straub (626,0 Ringe) festgesetzt. Zusammen mit den 617,0 Ringen von Amelie Kleinmanns bedeuteten die insgesamt 1871,4 Ringe neuen Weltrekord und den Gewinn des Team-Weltmeistertitels! Und das mit einem Vorsprung von 20 Ringen auf das Team aus Dänemark. Sauber, Mädels! Übrigens verteidigte Isabella Straub damit ihren Titel von der WM in Granada. Damals hatte sie zusammen mit Beate Köstel und Barbara Engleder Gold geholt.

Am vierten Tag der Weltmeisterschaften starteten unsere frischgebackenen Team-Weltmeister im Liegendkampf in ihre Einzelwettkämpfe. Am frühen Morgen waren die Herren an der Reihe. Maximilian Dallinger sattelte gegenüber dem Vortag noch fast zwei Ringe drauf (623,8 Ringe), die Rang 17 Wert waren. Christoph Kaulich traf gegenüber des Eliminationswettkampfs einen Ring weniger (620,9 Ringe) und wurde auf Rang 37 notiert. Auch Daniel Brodmeier "hatte sein Pulver" bereits im Ausscheidungswettkampf verschossen, sammelte bei den 60 Competition-Schuss um 2,1 Ringe weniger (623,7 Ringe) und wurde so 18. Selbst wenn er die gleiche Ringzahl wie am Vortag geschossen hätte, hätte es nicht für eine Medaille gereicht. Die Konkurrenz hatte nämlich deutlich aufgesattelt. War am Vortag der Top-Score noch 626,5 gewesen, ging jetzt die Goldmedaille für 628,2 Ringe an den Dänen Steffen Olsen weg. Für die weiteren Medaillen wären Ergebnisse von über 627 Ringen erforderlich gewesen.

Bei den Liegendkampf-Damen zeigte sich hingegen die umgekehrte Tendenz. Fünf Ringe weniger als der Top-Score des Vortags sollten für Gold reichen, dafür ging es an der Spitze um so enger zu. Bis zum letzten Schuss war bei den Top-Athletinnen alles möglich. Die Erstplatzierte im Endranking trennte von der Viertplatzierten nur 8 Zehntel. Unter diesen Vieren hatten sich auch Isabella Straub und Jaqueline Orth eingereiht. Und tatsächlich reichte es für Isabelle Straub mit 623,7 Ringen zum Vize-Weltmeistertitel – ihre dritte Medaille bei diesen Weltmeisterschaften! Sie musste nur Seonaid Mcintosch (Großbritannien) mit winzigen zwei Zehnteln an sich vorbeiziehen lassen. Jaqueline Orth hingegen war der Pechvogel. Um 0,2 Ringe verfehlte sie auf Rang 4 die Bronzemedaille.

Nichts zu holen gab es für die Junioren im Mixed-Team mit dem Luftgewehr. Dem Team Germany I mit Franka Janssen und Bastian Blos fehlten nahezu 8 Ringe auf den letzten, fünften Finalplatz. Die beiden hatten 826,8 Ringe gesammelt und wurden auf Rang 22 notiert. Germany II mit dem BSSB-Youngster Maximilian Ulbrich (412,9 Ringe) und Anna Janßen (412,1 Ringe) gelangen zusammen 825,0 Ringe und damit Rang 27. Gold sicherte sich das Team Italien I (Vorkampf 834,7 Ringe, Finale 499,0 Ringe) mit neuem Junioren-Weltrekord.

Gute Platzierungen erreichten hingegen die Luftpistolen-Juniorinnen. Die BSSB-Schützin Miriam Piechaczek verpasste mit 567 Ringen das Finale nur um zwei Zähler und wurde 14. Leider lief es für die zweite weiß-blaue Schützin, Andrea Heckner, nicht so gut. Mit einer komplett vermasselten dritten Serie von 84 Ringen sprangen am Ende nur 550 Ringe und Rang 64 heraus. Vanessa Seeger hingegen überzeugte mit konstant hohen Serien. Mit 571 Ringen sicherte sie sich auf Vorkampfplatz 4 einen Startplatz für's Finale. Dort kam sie auch gut in Tritt und überstand die ersten zwei K.-o-Serien problemlos. Eine 8,2 im 16. Schuss besiegelte dann aber das Aus auf Rang 6. In der Team-Wertung sprang der undankbare vierte Platz heraus.

Der fünfte Wettkampftag begann mit den Eliminationswettkämpfen der 3x40-Männer – mit dabei die BSSB-Schützen Daniel Brodmeier und Maximilian Wolf. Leider reichte es für Maximilian Wolf nicht für ein Weiterkommen in den regulären Meisterschaftswettkampf. Mit 1161 Ringen kam für ihn das schnelle Aus. Besser, wenn auch ausbaufähig, lief der Ausscheidungswettkampf für Daniel Brodmeier. 1171 Ringe standen für ihn zu Buche und sicherten den Startplatz im Competition-Feld. Für ein Startticket reichten auch die 1170 Ringe von Andre Link. Um die Leistungen der deutschen Starter einordnen zu können: Der Ungar Istvan Peni führte das Eliminationsranking mit 1186 Ringen an. In der Team-Wertung kam das deutsche Trio auf Rang 12.

Im Wettkampf der Luftpistolen-Männer gab es eine Überraschung – aber keine gute. Christian Reitz, dem der Gewinn eines Quotenplatzes zugetraut worden war und mit beachtlichen Leistungen mit der Luftpistole im Vorfeld geglänzt hatte, brachte in Changwon "nur" 573 Ringe auf die Scheibe, die Rang 50 wert waren. Für den Finaleinzug wären mindestens 581 Ringe notwendig gewesen. Auch Michael Heise schwächelte mit 572 Ringen und wurde auf Rang 53 notiert. Bester deutscher Lupi-Schütze war Michael Schwald mit 576 Ringen auf Rang 31. Weltmeister wurde nach Shoot-off der Koreaner Jongoh Jin. In der Team-Wertung erreichte "Germany" den neunten Platz.

Bei den Luftpistolen-Junioren war kein bayerischer Schütze am Start. Der Baden-Württemberger Robin Walter präsentierte sich in Changwon in Höchstform. Mit 580 Ringen meisterte er souverän auf Vorkampfrang 4 den Finaleinzug. Dort startete er nervös mit einer 9,7 und 9,2, fing sich dann aber und setzte vier hohe Zehner in Folge nach. Mit zwei Achtern in der zweiten Fünferserie und einer 7,6 im elften Schuss besiegelte Robin sein frühes Ausscheiden auf Rang 8. In der Teamwertung mit Jan Luca Karstedt und Jonathan Mader reichte es um einen Ring nicht für eine Medaille. Mit 1710 Ringen wurde das Trio Vierter.

Der sechste Wettkampftag startete mit dem Meisterschaftswettkampf der 3x40-Männer. Nach dem Ausscheiden von Maximilian Wolf im Eliminationswettkampf des Vortags lagen alle Hoffnungen auf Daniel Brodmeier und Andre Link. Daniel Brodmeier kam im Kniend-Anschlag schon schwer in den Vorkampf und büßte mit 386 Ringen den einen oder anderen Zähler ein. Da half ihm auch die "volle" 400er-Serie im Liegen nicht mehr entscheidend. 384 Ringe im Stehen besiegelten das Endergebnis von 1170 Ringen und Rang 36. Andre Link erreichte mit 1163 Ringen Rang 52. Für den Finaleinzug wären mindestens 1177 Ringe erforderlich gewesen. Gold holte sich der Pole Tomasz Bartnik.

Aber es standen an diesem Wettkampftag ja noch etliche Entscheidungen aus. Sehr gut präsentierten sich Bayerns Junior Maximilian Ulbrich und die Juniorin Lisa-Marie Haunerdinger in ihren Luftgewehrwettkämpfen. Maximilian Ulbrich wurde mit 621,3 Ringen im Endranking auf Rang 18 notiert. Nach seiner hervorragenden Auftaktserie von 105,5, vermasselten ihm zwei 102er-Serien in dem leistungsstarken Teilnehmerfeld einen Finalplatz. Weltmeister wurde nach Shoot-off der Inder Hinday Hazarika. Deutlich knapper verfehlte Lisa-Marie Haunerdinger den Finaleinzug. Sie sammelte in den sechs Zehnerserien 625,3 Ringe – leider 0,6 Ringe zu wenig für einen Finalstartplatz. Sie wurde gute Elfte. Weltmeisterin wurde hier die Chinesin Mengyao Shi.

Zwei weitere Disziplinengruppen bewältigten am sechsten Wettkampftag zudem die erste Hälfte ihres Wettkampfs. Das waren zum einen die Sportpistolen-Damen und -Juniorinnen, zum anderen die 3x40-Damen. Für Monika Karsch lief der Präszisionsteil richtig gut. Mit 292 Ringen lag sie vor der Präszision am Samstag aussichtsreich auf Rang 7. Unsere Sportpistolen-Juniorinnen hielten nach der Präszision auch noch den Anschluss. Lisa Schnaidt rangierte nach der Halbzeit mit 280 Ringen auf Rang 34, Theresa Oblinger mit 276 Ringen auf Rang 47.

Der absolute Wahnsinn war Isabella Straub! Nach ihren bereits drei gewonnenen Weltmeisterschaftsmedaillen gewann sie Gold im Team der Dreistellungskampf-Frauen! Im Eliminationswettkampf stellte Isabella den Weltrekord ein (1180 Ringe)! Zusammen mit den guten Leistungen von Jaqueline Orth (1169 Ringe) und Jolyn Beer (1172 Ringe) gewann das Team den Weltmeistertitel vor Dänemark und Russland.

Am 7. Wettkampftag setzte Isabella Straub ihren Siegeszug fort. Mit 1176 Ringen gewann sie wieder den Vorkampf im Wettbewerb der KK-3x40-Frauen. Im Finale musste sie dann nur die Russin Yulia Karimova passieren lassen. Isabella Straub wurde mit 459,5 Ringen erneut Vizeweltmeisterin und gewann damit auch einen Quotenplatz für Deutschland bei den nächsten Olympischen Spielen! Ihre Bilanz dieser Weltmeisterschaften ist beeindruckend: In sieben Starts gewann sie zweimal Gold (Team Liegendkampf und Team KK 3x40), zweimal Silber (KK 3x40 Einzel, Liegendkampf Einzel), einmal Bronze (Team LG), und bei den übrigen zwei Starts erreichte Isabella jeweils das Finale (Luftgewehr Einzel und Luftgewehr Mixed-Team). Sie ist die Shooting-Queen dieser Weltmeisterschaften!

Im Sportpistolenwettbewerb der Frauen setzte Monika Karsch ihren 292 Ringen aus der Präszision vom Vortag im Duellteil 294 Ringe hinterher und erreichte damit den dritten Qualifikationsrang. Im Finale agierte die Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen nervös. Ihr gelang es zwar noch, sich im Shoot-off um das Weiterkommen nach der sechsten Finalserie durchzusetzen, dann kam aber das Aus auf Rang 5. Ihre junge Team-Kollegin Doreen Vennekamp hatte ebenfalls das Finalticket gelöst und schoss unbeschwert auf. Sie gewann letztendlich die Bronzemedaille und damit einen Quotenplatz für Deutschland bei den nächsten Olympischen Spielen. Zusammen mit Michelle Skeries gewannen die beiden Finalistinnen die Bronzemedaille in der Teamwertung.

Im Wettbewerb der Sportpistolen-Juniorinnen schoss Theresa Oblinger mit 285 Ringen einen überzeugenden Duellteil und rutschte damit vom 47. Platz nach der Präzision auf Rang 28 vor. Ein erfreuliches Ergebnis. Lisa Schnaidt hingegen kam etwas unter die Räder. Im Duell glückten ihr nur 256 Ringe, womit sie vom 34. Rang nach der Präszision noch auf Rang 45 zurückfiel.

Am achten Tag der Weltmeisterschaften standen die Liegendkämpfe der Junioren/-innen auf dem Zeitplan. Während bei den Mädels keine BSSB-Schützin am Start war, mischte Maximilian Ulbrich bei den Junioren mit. Allerdings war bald klar, dass Maximilian Ulbrich nicht um die Medaillenränge mitkämpfen würde. Vier 100er-Serien in dem leistungsstarken internationalen Feld waren dann doch zu wenig. Mit insgesamt 606,4 Ringen wurde er im Endranking auf Rang 43 notiert. Bester Deutscher war mit 615,8 Ringen und Rang 13 Max Braun. Weltmeister wurde der Norweger Benjamin Karlsen (619,7 Ringe).

Tag 9 brachten die Entscheidungs-Wettkämpfe der Schnellfeuer-Pistoleros. Bereits am Vortag hatten die Hoffnungen der Fans von Christian Reitz einen leichten Dämpfer bekommen. Nach dem ersten Teil lag der Wahlregensburger mit 289 Ringen auf Rang 21. Doch im zweiten Teil startete Christian eine grandiose Aufholjagd. Er begann mit zwei vollen 100er-Serien und schoss mit einer 93er-Serie aus. Damit standen für ihn 582 Ringe zu Buche – zwei Ringe zu wenig, um doch noch den Finaleinzug zu meistern. Er wurde Neunter. Dafür sprang sein jüngerer Kriftler Mannschaftskollege Oliver Geis im Rennen um die Medaillen ein. Er gewann mit 591 Ringen souverän den Vorkampf. Im Finale sprang dann aber "nur" der fünfte Platz heraus – kein erhoffter Quotenplatz für Deutschland. Aber die guten Leistungen der beiden reichten zusammen mit den 578 Ringen von Christian Freckmann für die Team-Silbermedaille. Weltmeister wurde der Chinese Junmin Lin.

Im Dreistellungskampf der Junioren war erneut Maximilian Ulbrich der einzige BSSB-Starter. Er tat sich offensichtlich mit den Bedingungen am Schießstand etwas schwer. Am Ende sprangen 1126 Ringe und Rang 46 heraus. 43 Ringe trennten ihn vom Resultat des Spitzenreiters Zalan Pekler aus Ungarn. Allerdings ist Maximilian noch in der Juniorenklasse II beheimatet und konnte so Erfahrungen für die Zukunft sammeln. Weltmeister wurde der Iraner Amir Nekounam.

Am vorletzten Wettkampftag der Weltmeisterschaften bestritten die Zentralfeuerpistoleros ihren zweiten Teil – Duell – des Titelwettkampfs. Der Wahlregensburger Christian Reitz hatte sich im Präszisionsteil mit 293 Ringen und Rang 3 bereits aussichtsreich für eine Medaille in Position gebracht. Im Schnellfeuerteil setzte er 295 Ringe nach und kletterte mit insgesamt 588 Ringen noch auf Rang 2. Er musste nur den Brasilianer Julio Almeida mit 591 Ringen passieren lassen, der mit dem Weltmeistertitel belohnt wurde.

Am letzten Wettkampftag der Weltmeisterschaften sausten zwei BSSB-Schützen denkbar knapp am Finale, bzw. den Medaillenrängen vorbei. Christian Reitz, der seinen abschließenden Wettkampf mit der Standardpistole bestritt, wurde mit 577 Ringen Vierter.

Im Skeet-Wettbewerb der Juniorinnen war Eva-Tamara Reichert am Start. Nach einer nervösen Auftaktserie von 20 Treffern am Tag 1 ihres Titelkampfs, zeigte Eva-Tamara an Tag 2 ihr Können mit zwei abschließenden 24er-Serien, die sie um ein ganzes Stück im Ranking nach Vorne brachten. Letztendlich fehlte ihr nur ein einziger Treffer, um ins Stechen um den letzten Finalplatz zu kommen. Mit 113 Treffern wurde Eva-Tamara Reichert Achte. Sauber!



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Zuletzt aktualisiert: Freitag, 14. September 2018 09:57 Uhr